Eigenes Haus für "Kleinen Tisch"

Goslarer Tafel kauft das Gemeindezentrum St. Paulus in Unteroker - Lions Club finanziert den Umbau

Goslarer Tafel / Kleiner Tisch Oker e.V.

Spatenstich für den Umbau des Gemeindezentrums St. Paulus in Unteroker. Foto: Schenk

OKER. Der "Kleine Tisch Oker", unter dem Dach der Kirchengemeinde St. Paulus groß geworden, findet als "Goslarer Tafel" demnächst auch real Platz unter dem Paulus-Flachdach: Der Umzug aus der Wolfenbütteler Straße in die Straße Am Breiten Stein soll bereits im November erfolgen. Die vom Lions Club Goslar-Kaiserpfalz finanzierten Umbauarbeiten haben begonnen, der Kauf des Gebäudes ist laut Ralf Peter Saal und Aksel Hahn nur noch eine Formsache. Die Aktiven des Kleinen Tisches, dessen Vorsitzender der .,Lion" Saal ist. rekrutieren sich größtenteils aus Mitgliedern der aus St. Paulus (Unteroker) und Martin Luther (Oberoker) hervorgegangenen Kirchengemeinde Oker.Gruppen bleiben Mit der Entscheidung für den neuen Standort des Kleinen Tisches werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Neben einem für die Bedürfnisse der Tafel umgebauten Haus bleiben die Gemeinderäume im Untergeschoss erhalten, in denen sich nach wie vor Gruppen wie die Senioren oder die Frauenhilfe treffen. Laut Gemeindemitarbeiter Hahn, zweiter Vorsitzender des Kleinen Tisches, wäre sonst am Ende des Jahres der Schlüssel (von außen) umgedreht worden, da seitens der Landeskirche kein Geld mehr für den Erhalt des Hauses aus den 60er Jahren geflossen wäre. Zunächst hatte sich der Verein nach anderen Räumlichkeiten umgesehen, laut Saal "zähe Verhandlungen" mit der Deutschen Bahn über das alte Sozialgebäude geführt. den Aldi-Markt in der Ordensritterstraße für zu groß befunden. Dann rückte St. Paulus in den Fokus: Dieses Gebäude ist praktisch übrig", sagte Hahn. "Wenn der Unterhalt für das Gemeindezentrum entfällt, fällt es leichter, das Kirchgebäude zu erhalten", hofft er. Der Kleine Tisch Oker, der 1996 seine Arbeit in einer Garage aufnahm, versorgt derzeit an zwei Tagen in der Woche etwa 1800 Menschen mit Lebensmitteln. Die räumlichen Gegebenheiten auf dem Industriegelände in der Wolfenbütteler Straße lassen zu wünschen übrig, insbesondere im Winter, wenn immer mehr Menschen immer länger in Zugluft und Kälte Schlange stehen. "Der Umzug ist eine der Menschlichkeit zugestandene Notwendigkeit", sagt Saal.

"Auf Schnorre-Tour"

Jetzt wird auf Kosten der Lions, neben Bürgerstiftung und GZ der langjährige Hauptsponsor, für eine fünfstellige Summe umgebaut. "Es ist das Geld der Bürger von Goslar", betont Saal. Außerdem beteiligten sich auch die „Kunden" an den Kosten -sie zahlen einen Euro pro gefüllter Tasche. Vieles werde ehrenamtlich geschultert, mit Firmen verhandelt. "Wir sind auf Schnorre-Tour", sagt Apotheker Saal, der noch Pflastersteine für die neue Lieferzufahrt über die Wiese benötigt. Wenn alles fertig ist. könnte die Goslarer Tafel in Oker mehr als bisher ein Vorzeigeobjekt werden. Das dem Verein laut Saal „günstig" überlassene Gebäude bekommt einen neuen Eingang, Stühle für die Wartenden, Toiletten, Lager, Büro, und es hat genügend Platz für rückenschonende Arbeitsabläufe. 

Von Sabine Kempfer
Quelle: Goslarsche Zeitung


 
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